Mädchen füttert eine Ziege auf dem Ferienhof Frohne.

Re-Start im Landtourismus:

Ferienhöfe haben wieder erste Gäste. Anbieter von Bauernhofferien tauschen sich per Videokonferenz aus.

Seit gut einer Woche (11. Mai) ist es wieder erlaubt, touristische Gäste in Ferienwohnungen und Ferienhäusern aufzunehmen, und auch die Hofcafés dürfen unter Auflagen wieder öffnen. Die Gastgeber von Urlaub auf dem Bauernhof in Niedersachsen freuen sich sehr über diese Lockerungen, die Teil des 5-Stufen-Plans der niedersächsischen Landesregierung zu einem neuen Alltag mit Corona sind.

Gestern haben sich niedersächsische Vermieter von Urlaub auf dem Bauernhof in einer Videokonferenz über die ersten Erfahrungen nach dem Re-Start ausgetauscht. „Seit der Bekanntgabe der Lockerungen für den Tourismus erhalten wir viele kurzfristige Anfragen und Buchungen von glücklichen Gästen, die sich darauf freuen, endlich wieder reisen zu dürfen“, berichtet Martina Warnken, Vorsitzende der Landesarbeitsgemeinschaft Urlaub und Freizeit auf dem Bauernhof, die selbst mit ihrer Familie einen Ferienhof im Teufelsmoor betreibt. „Und auch viele weitere unserer Ferienhöfe verzeichnen nun eine starke Nachfrage, nachdem die Buchungen in den letzten Monaten ab März komplett ausgeblieben waren“, weiß Geschäftsführerin Vivien Ortmann aus dem Videoaustausch mit den landtouristischen Mitgliedsbetrieben, die beim Dachverband für LandTouristik in Niedersachsen (LTN) angeschlossen sind.

Urlaub auf dem Bauernhof ist prädestiniert: Aufgrund der weitläufigen Hofgelände eingebettet in Niedersachsens vielfältige Landschaft und die Unterkunft in eigenen Ferienwohnungen und -häusern mit Selbstverpflegungsmöglichkeiten sind Bauernhofferien gerade jetzt in Corona-Zeiten eine beliebte Urlaubsform.

Die Freude bei den Urlaubsbauernhöfen sei groß, endlich wieder ihren Hof öffnen zu können. Allerdings mache ihnen die Vorgabe des Landes, die Wohnung erst nach sieben Tagen wieder neu belegen zu dürfen – auch wenn die vorherigen Gäste nur drei oder vier Tage bleiben – zu schaffen, erklärt Vivien Ortmann. Zwar verstehe jeder das Ziel dahinter, den Gästeumschlag zu reduzieren und nur langsam wieder hochzufahren. Hart sei es für die Gastgeber aber trotzdem, da sie Gästen, die bereits vor langem gebucht hatten und nun in diesem Zeitkorridor liegen, absagen müssen, obwohl die Wohnung grundsätzlich frei wäre. „Unsere Ferienhofbetreiber haben das Ostergeschäft komplett verloren und sind dringend darauf angewiesen, diesen Verlust so gut es geht aufzufangen“, sagt Ortmann. So käme zu den wirtschaftlichen Sorgen auch noch der emotionale Faktor hinzu, wenn die Gastgeber aufgrund der landeseitig angeordneten 7-Tage-Wiederbelegungsfrist entscheiden müssen, welche Gäste anreisen dürfen und welchen abgesagt werden müsse.

Um den landtouristischen Anbietern den Wiedereinstieg ins Vermietungsgeschäft, bei dem hohe Hygienevorgaben und Kontaktbeschränkungen berücksichtigt werden müssen, zu erleichtern, hat die Landesarbeitsgemeinschaft eine Handreichung für ihre Mitgliedsbetriebe herausgegeben. In dieser werden betriebliche Maßnahmen für den Ferienhof empfohlen, damit die Gastgeber es leichter haben, anhand ihres Freizeitangebotes und der potentiellen Wege der Gäste auf dem Hof ihre Hygienekonzepte zu erstellen. Die Handreichung wurde zusammen mit allen Landesarbeitsgemeinschaften und der Bundesarbeitsgemeinschaft für Urlaub auf dem Bauernhof und Landtourismus entwickelt.

Laut Rückmeldung der Anbieter von Bauernhofferien im Videoaustausch gelinge die Einhaltung der erweiterten Hofregeln sehr gut, berichtet Ortmann. „Die Gäste sind einfach froh, endlich wieder raus auf ihren Lieblingshof zu kommen – da nehmen sie kleine Einschränkungen gerne in Kauf und haben dafür auch Verständnis.“

 

Fotonachweis: Ferienhof Frohne

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